Leckageortung


Zerstörungsfreie Lokalisierung von Leckagen mit Hilfe des Elektromagnetverfahrens

Die Leckageortung auf Basis des Elektromagnetverfahren beruht auf dem Funktionsprinzip der Leitfähigkeit von Wasser. Für die Leckageortung wird die Dachoberfläche kontrolliert befeuchtet, sodass ein zusammenhängender Wasserfilm entsteht, der als Signalträger dient. Anschließend wird ein elektrischer Messkreislauf aufgebaut, indem eine Gegenelektrode an geeigneten leitfähigen Bauteilen des Gebäudes angeschlossen wird. 

Die Dachfläche wird anschließend systematisch mit einer Messsonde untersucht. Dabei werden Veränderungen der elektrischen Leitfähigkeit erfasst und ausgewertet. Dringt Wasser an einer Undichtigkeit durch die Abdichtung, bildet sich ein bevorzugter Leitweg, der sich im Messsignal deutlich von der Umgebung abhebt. Anhand dieser Signaländerungen kann der Verlauf der Feuchtigkeit nachvollzogen und die Undichtigkeit gezielt lokalisiert werden.

Vorteile:


  • präzise Lokalisierung von Undichtigkeiten
  • zerstörungsfreie Untersuchung ohne großflächige Öffnungen
  • Vermeidung unnötiger Rückbauarbeiten
  • Zeit- und Kostenersparnis bei der Schadenslokalisierung
  • verlässliche Grundlage für gezielte Sanierungsmaßnahmen

Anwendungsbereiche:


  • Flachdächer mit Bitumen- oder Kunststoffabdichtungen
  • Flachdächer mit Bekiesung, Begrünung und Belägen
  • Flachdächer mit PV-Anlagen und Lüftungsanlagen
  • stark verbaute oder schwer zugängliche Dachflächen
  • Tiefgaragen und Sonderabdichtungen

Einsatz der Leckageortung


Ein Flachdach muss dauerhaft dicht sein, da bereits kleinste Undichtigkeiten zu Feuchteeintritten, Durchfeuchtung von Dämmstoffen und langfristigen Schäden an der Dachkonstruktion sowie am Gebäude führen können. Besonders problematisch ist dabei, dass die Eintrittsstelle von Wasser häufig nicht mit der sichtbaren Schadensstelle im Gebäude übereinstimmt und Undichtigkeiten daher mit bloßer Sichtprüfung oft nicht eindeutig lokalisiert werden können.

01.

Neubau

Eine Leckageortung ist im Neubau von Flachdächern von besonderer Bedeutung, insbesondere bevor weitere Auflasten oder technische Anlagen wie Photovoltaik- oder Lüftungssysteme auf der Dachfläche installiert werden. In dieser Bauphase ist die Abdichtung vollständig zugänglich und kann ohne Einschränkungen überprüft werden. Durch die Durchführung einer Leckageortung vor dem Aufbringen der Auflasten lässt sich die Dichtheit der Flachdachabdichtung gezielt kontrollieren und dokumentieren. Eventuelle Undichtigkeiten oder Ausführungsfehler können so frühzeitig erkannt und behoben werden, bevor zusätzliche Bauteile montiert werden oder die Dachfläche nur noch eingeschränkt erreichbar ist. Auf diese Weise wird das Risiko späterer Feuchteschäden deutlich reduziert und es wird vermieden, dass bereits installierte Anlagen im Schadensfall aufwendig demontiert werden müssen. Die Leckageortung stellt damit ein wirkungsvolles Instrument zur Qualitätssicherung im Neubau von Flachdächern dar.

02.

Bestand

Auch im Bestand stellt die Leckageortung ein wesentliches Instrument zur Klärung von Feuchteschäden an Flachdächern dar. Bei bestehenden Dachkonstruktionen treten Undichtigkeiten häufig zeitverzögert auf und lassen sich aufgrund des komplexen Schichtenaufbaus, vorhandener Auflasten oder technischer Aufbauten wie Photovoltaik- oder Lüftungssysteme nicht eindeutig lokalisieren. Hinzu kommt, dass sichtbare Feuchteschäden im Gebäudeinneren in vielen Fällen nicht mit der tatsächlichen Eintrittsstelle des Wassers übereinstimmen. Eine gezielte Leckageortung ermöglicht es, die Ursache von Feuchteeintritten systematisch einzugrenzen und die Undichtigkeit innerhalb der Abdichtungsebene präzise zu bestimmen. Dadurch können Umfang und Lage des Schadens zuverlässig beurteilt werden, ohne den Dachaufbau großflächig zu öffnen. Auf dieser Grundlage können Sanierungsmaßnahmen gezielt geplant und unnötige Rückbauarbeiten, etwa von PV-Anlagen, vermieden werden, was insbesondere bei genutzten oder technisch belegten Flachdächern von großem Vorteil ist.

03.

Gutachten

Im Rahmen eines Gutachtens wird die Leckageortung als technisches Hilfsmittel eingesetzt, um Undichtigkeiten systematisch zu erfassen und fachlich einzuordnen. Sie ermöglicht eine objektive Beurteilung des Schadensbildes auf Grundlage messbarer Ergebnisse.

Die Ergebnisse der Leckageortung dienen dabei als wesentliche Grundlage für die gutachterliche Bewertung, etwa zur Beurteilung der Ausführungsqualität sowie zur technischen Bewertung des Schadensbildes. Die zerstörungsarme Vorgehensweise ermöglicht eine Untersuchung der Dachkonstruktion, ohne den Aufbau unnötig zu öffnen, und trägt damit zu einer sachgerechten, wirtschaftlichen Begutachtung bei. Die Messergebnisse können dokumentiert und in das Gutachten integriert werden, wodurch technische Sachverhalte klar dargestellt und fundierte Schlussfolgerungen ermöglicht werden.